Internationales Füchse-Flair

Die Amerikanerin Katie Davis und die Engländerin Bethany Hill sind nun Füchse. Die beiden Neuzugänge des Frauen-Eishockey-Zweitligisten EV Duisburg kamen auf unterschiedlichen Wegen an die Wedau. Hill hat einen Au-Pair-Job in Kaarst, Davis will in Duisburg studieren.

Bethany Hill hat eine Oma. Und die Engländerin sagt tatsächlich Oma. Ihre Oma kommt aus Deutschland, wohnt aber in Indien. Und sie hat ihr geraten, nach Deutschland zu gehen. Katie Davis wiederum ist Amerikanerin, stammt aus Boston. Familie Davis und Familie Thielsch haben gemeinsame Erfahrungen mit Austauschschülern. Und alles zusammen führt dazu, dass die beiden nun für den Frauen-Eishockey-Zweitligisten EV Duisburg spielen.

„Unsere Familie ist weit verstreut“, strahlt die 18-jährige Bethany Hill – und freut sich ganz offenbar, auf diesem Weg zur Familientradition beizutragen. Erste „Deutschland-Erfahrung“ konnte die Engländerin in Füssen sammeln – wo sie mit der britischen U-18-Nationalmannschaft an einem WM-Turnier teilnahm. Im Internet hatte sie nach einem Au-Pair-Job gesucht – passend zu einem Ort, der es ihr ermöglicht, Eishockey und Skaterhockey zu spielen. „Mannheim war eine Alternative“, erzählt die junge Engländerin. Da ist es eine gute Sache, dass sie Paul Fiedler kennengelernt hat, der für Skaterhockey-Bundesligist Duisburg Ducks stürmt. Sein Rat: Skaterhockey in Kaarst, Eishockey in Duisburg. Damit bilden Hill sowie Pia Clauberg, Lara Friedrich und Sarah Kazubek eine „Kaarst-Duisburg-Fahrgemeinschaft“.

„Es ist das erste Mal, dass ich auch in einem reinen Frauenteam Skaterhockey spiele“, berichtet sie. In England spielte sie aber nicht nur auf Rollen mit den Jungs, sondern auch für die Chelmsford Tomahawks (U16) und Mohawks (U18) auf dem Eis. Ihren ersten Einsatz im EVD-Trikot hatte sie auch schon – ebenfalls mit den Jungs. Denn Hill ist als 18-Jährige auch für das EVD-Jugendteam spielberechtigt und konnte Trainer Dimitry Tsvetkov bei ihrem ersten Einsatz überzeugen.

Studium in Duisburg

Katie Davis spielte zuletzt für die University of Southern Maine. „Ich bin richtig überrascht vom Niveau des Teams“, sagt die 23-Jährige, die nach ihrem Studium nun einen Deutschkurs belegt und an der Duisburger Uni soziale Kommunikation studieren wird. Ihr Ziel: „Lehrerin werden.“ Die Tochter von René Thielsch, Schüler-Trainer des EVD und Co bei den Frauen, war als Austauschschülerin bei der Familie Davis in Boston. So kam der Kontakt zustande – und daher wohnt sie aktuell auch in Grefrath. „Alles sehr ländlich dort“, lächelt die Verteidigerin, die das Großstadtleben gewöhnt ist. Beide zeigen sich von ihrem Umfeld beeindruckt. „Jeder spricht hier Englisch oder versucht es zumindest, so gut es geht“, sagt Davis. Und die junge Bethany Hill meint: „Ich bin ganz überrascht, wie freundlich die Deutschen sind.“ Keine Phrase also: Sport dient der Völkerverständigung.

„Bethany ist läuferisch hervorragend. Und Katie wird uns als Verteidigerin viel geben. Von den beiden können unsere Spielerinnen profitieren“, sagt EVD-Frauen-Trainer Kai Erlenhardt – der nun die Qual der Wahl hat. Denn mit der Niederländerin Rosanne Haazen steht schon eine Ausländerin im Team – es dürfen aber nur zwei eingesetzt werden. Aber Konkurrenz belebt auch beim Frauen-Eishockey das Geschäft.

Friedhelm Thelen

Der komplette Bericht incl. Foto kann unter

http://www.derwesten.de/nrz/sport/lokalsport/duisburg/internationales-fuechse-flair-id9987530.html

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