Duisburg gewinnt in „Unterzahl“ gegen Bergkamen

Als die ersten offiziellen 60 Minuten dieser Saison um 21.46 Uhr in der Duisburger Scania Arena vorüber waren, atmeten Spieler, Betreuer und Trainer 

tief durch. Ein von Spannung geprägtes und durchaus ansehnliches Eishockeyspiel gewannen die Damen des EV Duisburg mit 5-3, aber der Reihe nach.

Beide Teams konnten auf einen fast vollzähligen Kader zugreifen, bei den Füchsen fehlte in der Abwehr nur Jenny Rau, die ihre Grippe leider

nicht rechtzeitig auskurieren konnte, mit Sarah Gross stand aber wieder eine große Stütze in der Abwehr zur Verfügung.

Vor dem Spiel wurde es aber erstmal emotional, Chrissi Miller und Miri Thimm wurden für ihr großartiges Engagement der letzten Jahre geehrt und herzlich verabschiedet.

Kurz danach ging es dann auch auf dem Eis sportlich zur Sache.

Dort rieben sich aber erstmal einige die Augen, da die letze jährige Torhüterin Sally Frey das Trikot von Bergkamen überstreifte.

Duisburg begann sehr hektisch und unkonzentriert ins Spiel, Bergkamen hingegen hatte durch den 5-2 Erfolg gegen die Mädels aus Köln schon einen gewissen Spielrhythmus und spielte wesentlich fehlerfreier, dies zahlte sich auch recht schnell aus. Bergkamens Alena Hahn kam gut 3 Meter vor der blauen Linie zum Schuss und netze unhaltbar ins Duisburg Tor ein. Danach stellte Kai Erlenhardt die Verteidigung auf 2 Reihen um, um mehr Sicherheit ausstrahlen zu können.

Duisburg brauchte keine 120 Sekunden um den knappen Vorsprung zu egalisieren. Neele Krafzik knallte die Hartgummischeibe aus kurzer Distanz in den Winkel.

Die Spielerinnen der Füchse waren nun um mehr Kontrolle bemüht und konnten durch den geschossenen Treffer mehr Sicherheit und Ruhe ausstrahlen. Doch leider kam es zu einem unglücklichen Gegentreffer. Während die Scheibe schon eigentlich sicher gewonnen war, trudelte sie Richtung Duisburger Tor und Neuzugang Christina Puckert fälschte sie unhaltbar ins eigene Tor ab. Kurz vor Schluss des 1 Drittel konnte Alina van der Kemp einen perfekten Konter zum nicht unverdienten 2-2 Ausgleich abschließen.

Das zweite Drittel kontrollierte der EVD nach belieben und konnte einige gute Kontermöglichkeiten nicht nutzen, um erstmals in Führung zu gehen.

In der 30. Minute kam es dann zu dem Torwartwechsel wodrauf die Duisburger Mädels gewartet hatten, für eine sehr gut aufgelgte Sarah Körber kam die ehemalige Duisburgerin Sally Frey ins Tor. Sie stand keine 20 Sekunden im Tor, da schlug Alina v.d Kemp zum zweiten mal zu. Aus halbrechter Position schloss Sie mit einem harten Handgelenkschuss erfolgreich ab. Aber wie schon bei den ersten beiden Toren, brauchte auch Bergkamen nicht lange um eine Antwort zu finden und schoss 2 Minuten vor Ende des 2 Spielabschnitt den Ausgleich.

Im letzten Drittel stellte Kai Erlenhardt auf 2 Reihen um und setzte alles auf eine Karte. Julia Glowienka rückte für Lena Christ in die Verteidigung und Neele Kraftzig in den ersten Sturm. Die konzentrierte Defensivarbeit und die entsprechende Coolness, sollte sich in der 49. Spielminute auszahlen. Neele Krafzik schnürte mit ihrem zweiten Knaller ihren ersten Doppelpack diese Saison. Die 4-3 Führung sollte nicht mehr hergegeben werden und das taten die Duisburgerinnen auch nicht. Im Gegenteil, in der 53. Spielminute verpasste Svenja Küsters mit Alina v.d.Kemp den Bärinnen den Todesstoß. Eine wunderschöne 2-0 Aktion, die mit einem doppelten Doppelpass den 5-3 Endstand brachte, bescherte den Mädels den zweiten Saisonsieg im zweiten Spiel.

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Trainer Kai Erlenhardt zeigte sich nach dem Spiel sehr erleichtert:“Wir haben ein Ziel für diese Saison mit der Mannschaft ausgelegt, dass wir sehr sehr gerne erreichen wollen, dazu mussten wir hier heute gewinnen. Das wir mit Bergkamen einen schweren Gegner hatten war jedem klar, aber wir mussten auch heute mit anderen Dingen kämpfen, wie Nervosität. Das haben wir aber im laufe des Spiels sehr sehr gut ausblenden können und den Fokus auf die wesentlichen Dinge gerichtet. Unser Penalty Killing hat uns heute die Punkte gebracht. Dazu 2 Tore in Unterzahl zu schießen ist bemerkenswert. Ich bin deshalb überaus glücklich mit dem Sieg, aber wir haben auch noch viel Arbeit vor uns, wenn wir unsere Ziele realisieren wollen. Ich hätte auch gerne den Spielern Eiszeit geschenkt, die nicht viel oder gar nicht gespielt haben, weil sie auch sehr hart im Sommer gearbeitet haben, aber heute brauchten wir einfach die Punkte.“

Für die Duisburger geht es nächste Woche Sonntag gegen den Aufsteiger aus Crimmitschau, die für die Mädels die nächste Hürde darstellen werden.

M.Maier